Das ruhige Fischerdorf Quartier d'Orleans, auch "French Quarter" genannt, befindet sich an der Ostküste unmittelbar hinter der Grenze. Es war die ursprüngliche Siedlung der Franzosen auf Saint Martin. Einige der originalen Strukturen aus dem 17. Jahrhundert sollen angeblich noch immer erhalten sein. Die Suche danach gestaltet sich jedoch schwierig. Dieser Teil der Insel ist noch nicht extensiv entwickelt, sodass viel der früheren Atmosphäre intakt geblieben ist. Es gibt nur einige Einwohner, zusammen mit einer Handvoll Geschäfte für den alltäglichen Bedarf. Auf Nachkommen der ursprünglichen französischen Siedler trifft man hier jedoch nicht mehr, sondern es handelt sich heute um ein fast ausschließlich afrokaribisches Viertel der Einheimischen. Touristen durchqueren es bestenfalls mit dem Auto. Geographisch kann auf der kleinen Insel zwar nicht von Distanzen gesprochen werden, aber zwischen den touristischen Orten und French Quarter liegen Welten. Um ein lokales Leben abseits der erschlossenen Orte kennenzulernen, ist es jedoch der richtige Platz. Mitbringen sollte man dafür jedoch auch genügend Toleranz für eine Mentalität und lockerere Lebensauffassung, die von Europäern oder Amerikanern vermutlich erst einmal als gewöhnungsbedürftig empfunden wird. Ausgegrenzt wird hier aber niemand. Zugezogene Einwanderer werden mitunter sogar mehr in das Leben im Viertel und die Privatgeschichten hineingezogen, als ihnen vielleicht lieb ist. Das Leben spielt sich draußen und in den Restaurants und Bars ab. Wer daran teilhaben möchte, tolerant ist und darüber hinwegsehen kann, dass sich Gesprächsthemen mitunter wiederholen, sollte sich einfach dazugesellen.
© Christian Korte - www.chkorte.de
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