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Oyster Pond, eine geschützte Bucht, die ihrem Namen der Ähnlichkeit mit der Form einer Auster verdankt, ist der einzige Hafen an der Ostküste und Symbolbild für die friedliche Koexistenz zweier Länder auf einer Insel. Die niederländisch-französische Grenze verläuft direkt durch die Siedlung. So geht es länderübergreifend in der Hotelanlage "Captain Oliver's" zu: Die Gästezimmer befinden sich auf französischem Boden, doch Restaurant und Docks liegen hinter der unbemerkten Grenze auf niederländischem Gewässer.
Der Erzählung nach war hier treffenderweise vor mehr als 350 Jahren auch der Ausgangspunkt für das legendäre Gehrennen, bei der ein Franzose und ein Holländer in entgegengesetzte Richtungen zur Inselaufteilung aufgebrochen sein sollen. Entwickelt hat sich die früher als abgelegen verspottete Ortschaft jedoch erst nach 1978, als der damalige Jungunternehmer Captain Oliver die ersten Grundsteine zu seinem Resort legte und die französische Regierung eine Infrastruktur erschloss. Es standen viele Grundstücke zum Verkauf, aber der Bauboom setzte erst Ende der Neunziger Jahre ein. Im Zuge der "Entfiskalisierung" entstanden damals hauptsächlich Hotels, die aber nach Ablauf schließlich an Privatbesitzer aufgeteilt wurden und heute als Wohnungen vermietet werden. Bewohner schätzen die ruhige Nachbarschaft "auf dem Land" in hübscher Lage zwischen freilaufenden Tieren und typisch karibischen Stränden. Oyster Pond ist trotz zwei Resorts einer der schönsten Orte der Insel geblieben, den Massentourismus - oder Massenwohnungsbau - noch nicht erschlossen haben. Auffällig sind dazwischen einige brach liegende Gebäude - Erinnerungen an die Hurrikane Luis und Lenny.
© Christian Korte - www.chkorte.de
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