Philipsburg, die Hauptstadt des niederländischen Teils, wurde 1763 von Commander John Philips gegründet, einem Schotten in holländischen Diensten. Anders als man es von einer Stadt mit kolonialem Erbe erwartet, präsentiert sich jedoch ein sehr geteiltes Bild. Unübersehbar ist der Pier, an dem Ozeanriesen täglich Tausende von Kreuzfahrtpassagieren in die Stadt bringen, die sich durch die Frontstreet wälzen. Sie ist eine Aufreihung von Juwelieren, Boutiquen und Händlern, die von dänischem Porzellan bis japanischer Elektronik so ziemlich alles verkaufen. Bei der wirtschaftlichen Wichtigkeit ist die Inselregierung natürlich sehr darauf bedacht, den Horden von Landgängern alle Wünsche und Bedürfnisse zu erfüllen. Doch historische Gebäude wurden so durch zementierte Ladenfronten ersetzt. Wirkliche Zeitzeugen des historischen Sint Maartens sind hier nur vereinzelte Überbleibsel und einige Strukturen in der parallelen Backstreet. Flächen werden zugebaut und das wenige historische, das noch geblieben ist, wie Fort Amsterdam oder ehemalige Plantagen, wirken fast bedeutungslos und verlassen. Eine Entwicklung, vor deren Widerhall nicht nur Historiker bereits warnen. Je weiter es auf der engen Landzunge in der gerade einmal vier Blocks breiten Stadt in Richtung und über den Salzsee geht, neben der Bucht von Great Bay der anderen Stadtgrenze, so ändert sich hier das Aussehen. Nach und nach wird die touristische Welt durch die der Lokalbevölkerung abgelöst. Diese zieht sich über die Siedlungen St. Peters und Dutch Quarter in den umgebenen Hügeln bis über die Grenze in das Innenland der Insel. An der Hauptstraße am Salzsee befinden sich übrigens noch zwei Sehenswürdigkeiten der etwas anderen Art: die beiden einzigen Verkehrsampeln der Insel.
© Christian Korte - www.chkorte.de
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